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Philosophie der Griechen
Der aus dem Griechischen stammende Begriff „Philosophie“ bedeutet soviel
wie die Liebe zur Weisheit und entsprechend meint Philosoph den Freund
der Weisheit, der sich durch sein Streben nach jeder Form von Erkenntnis
auszeichnet.
Die Wiege der abendländischen Philosophie steht in den griechischen
Kolonien an den Küsten des Mittelmeers, im ionischen Kleinasien und
in Unteritalien.
Der dort herrschende rege Handel mit der damals bekannten Welt bringt
den griechischen Konolialstädten nicht nur Wohlstand, sondern vermittelt
ihnen auch die Kenntnisse anderer Völker.
Wichtige Grudzüge der antiken Philosophie sind:
- Die Frage nach dem Urgrund und dem Urgesetz der Welt und damit verknüpft
die Suche nach einem Einheitsgrund.
- Die mit dem Begriff Unverborgenheit verbundenen Themen: Sein;
Wahrheit und wahre Erkenntnis.
- Die Beschäftigung mit der Natur des Menschen und seiner sittlichen
Bestimmung: Beschaffenheit der Seele; das Gute und
die Tugend.
Die Vorsokratiker
Die ersten philosophischen Theorien werden getragen von den Gedanken,
dass es für alles Seiende einen gemeinsamen Urgrund gibt, der als
einheitlicher Urstoff der Vielheit der Dinge zugrunde liegt und als Ursache
die erfahrbaren Veränderungen bewirkt.
Als erster Philosoph gilt Thales von Milet, für den dieser Urstoff
das Wasser ist. Er sagte: „Alles bestehe aus Wasser und sei, weil
der Urgrund als belebt und selbstbewegt betrachtet wird, auch selbst belebt.“
Thales wirkte auch in der Mathematik (Satz des Thales) und der Astronomie
(vorausberechnung des Sonnenfinsternis von 585 v.Chr.).
Sein Schüler Anaximander bestimmt das Urprinzip abstrakter, als
das Apeiron, d.h. das Unendliche, Unbegrenzte und Unbestimmte.
„Der Ursprung der Dinge ist das Apeiron. Woraus sie entstehen, da hinein
vergehen sie auch nach der Notwendigkeit.“
Anaximanes bestimmt den Ursprung wieder stofflich, da er die Luft dafür
hält. „Verdichtet sie sich, so entsteht das Kalte (z.B. Wasser, Erde,
Stein), verdünnt sie sich, das Warme (z.B. Feuer).
Das Wesen der Dinge bestand nach Pythagoras in der Zahl, d.h. im Verhältnis
der Teile eines Ganzen zueinander. Die Erkenntnis dass die Höhe eines
Tones von der Länge der schwingenden Saite abhängt, gewährt
einen Einblick in die nach Zahlen geordnete Harmonie der Einzelerscheinungen
wie des ganzen Weltgebäudes. Diese Lehren lenkten nicht nur die astronomischen
Studien in neue Bahnen, sie regten auch zum Auffinden neuer mathematischer
Sätze an.
Empedokles nimmt vier Elemente an, die durch die Kräfte Liebe
und Hass bewegt werden: Wasser, Erde, Feuer und Luft.
Für Anaxagoras gibt es unendlich viele verschiedene Grundstoffe
Jedes Ding wird durch ein charakteristisches Mischungsverhältnis dieser
Stoffe bestimmt, die in jedem seiner, auch beliebig kleinen, Teilen vorhanden
sind. Bewegt werden die Stoffe durch den Geist, der planmässig ordnend
vorgeht.
Leukipp gilt als Begründer der Atomlehre, die von seinem Schüler
Demokrit überliefert und weiterentwickelt wurde. „Alles ist aus unteilbaren
Körperchen zusammengesetz, die stofflich völlig gleich, sich
untereinander nur durch Gestalt, Lage und Anordnung unterscheiden.
Die Sophisten
Die Sophisten erteilten im 5. und 4.Jh.v.Chr. Unterricht gegen Entgeld.
Ihre Bedeutung wuchs mit der Demokratiesierung Griechenlands, die eine
verbesserte Ausdrucksfähigkeit vor Gericht oder der Volksversammlung
verlangte. Philosophiegeschichtlich besteht ihr Verdienst insbesondere
darin, das allgemeine Interesse von der Naturphilosophie zu den Belangen
des Menschen in seiner Kultur gelenkt zu haben; insofern ist auch der Einfluss
der Sophistik auf Sokrates anzuerkennen, obschon er als deren Gegener auftrat.
Im Vertrauen auf ihre Redekunst rühmten sich die Sophisten, jedes
Thema angemessen behandeln zu können.Dadurch wurden bestehende Ansichten
über Ethik, Recht, Politik, Religion u.a. in Zweifel gezogen, so dass
die Sophistik eine aufklärerische Wirkung entfaltete.
Die Klassik
Die klassische Periode wird bestimmt durch Sokrates, Platon und Aristoteles,
die jeweils im Lehrer-Schüler-Verhältnis stehen.
Sokrates (469-399 v.Chr.)
Sokrates wandte sich ganz von der bis dahin vorherrschenden Naturphilosophie
ab und befasste sich mit der menschlichen Tugend. Offenbar war es für
ihn typisch, Gespräche darüber zu führen, was Frömmigkeit,
Tapferkeit u.ä. eigentlich sei. Bei der Suche nach einer brauchbaren
Definition mussten seine Gesprächspartner dann ihre anfängliche
Selbstsicherheit bald aufgeben. Er selbst habe seinen Gesprächspartner
nur soviel voraus, dass er nichts zu wissen glaube, was er nicht wisse.
So will das sokratische Gespräch erreichen, dass sich der Gesprächspartner
in seiner Lebensführung nicht von einem nur vermeintlichen Wissen
um das sittliche Gute leiten lässt, sondern sich um die Frage nach
dem Guten ernsthaft bemüht. Sokrates meinte, dass aus der Einsicht
in das Gute notwendig auch sittlich gute Handlungen folgen müssen,
weil niemand freiwillig gegen das verstösst, was er als gut erkannt
hat.
Im Jahre 399 v.chr. wurde Sokrates wegen Verführung der Jungend
zum Tod durch den Giftbecher verurteilt.
Platon (427-347 v.Chr.)
Nach erster Lehrtätigkeit und einer grossen Reise nach Sizilien
und Unteritalien gründete er 387 eine Philosophenschule, die Akademie,
in Athen, die er bis zu seinem Tode leitete. Seine Schriften, meist in
Form von Dialogen, sind weitgehend erhalten.Im Zentrum seines Denkens steht
seine Ideenlehre: Ideen im Sinne Platons sind Urbilder der Realität,
nach denen die Gegenstände der sichtbaren Welt geformt sind. Diese
Ideen existieren objektiv, d.h. unabhängig von unserer Kenntnisnahme
oder Gedankenwelt.Oberste Idee ist die Idee des Guten daraus folgen alle
anderen Ideen. Seine Ethik ist gekennzeichnet durch eine umfassende Tugendlehre;
Tugend ist Ordnung und Harmonie der Seelenteile. Der Ordnung der Seele
entspricht die Ordnung des Staates; er besteht nach Platon aus drei Ständen:
den Bauern, Handwerkern und Kaufleuten, deren Ziel die Befriedigung der
Bedürfnisse ist; den Kriegern, die den Staat schützen; schliesslich
den Herrschenden (Philosophen). Für die beste Staatsform hielt Platon
die Oligarchie; die Demokratie lehnte er ab. Mit Platon begann die Hochblüte
der griechischen Philosophie, er beeinflusste das gesammte abendländische
Denken.
Aristoteles (384-324 v. Chr.)
Er war der Schüler Platons und der Lehrer von Alexanders des Grossen.
Er gründete in Athen eine eigene, die peripatetische Schule. Er begründet
die abendländische Logik. Begriff, Urteil und Schluss sind die tragenden
Bausteine der Logik. Ein Begriff lässt sich stets einem noch allgemeineren
unterordnen (z.B. Pferd, Unpaarhufer, Säugetier, Tier, Organismus,
Körper, Substanz). Das Urteil wird aus den Begriffen gebildet und
im Schluss wird ein Urteil aus anderen abgeleitet. Ein echter Schluss ist
eine Rede, in der aus gewissen Voraussetzungen etwas Neues hervorgeht.
(z.B.Obersatz:Alle Menschen sind sterblich Untersatz:Sokrates ist ein Mensch;
Folgerung:Also ist auch Sokrates sterblich). Seine Grundanschauungen übertrug
er auf die Naturlehre, so dass er auch naturwissenschaftlichem, besonders
auf biologischem Gebiet wichtige neue Erkenntnisse finden konnte. In der
Sittlichkeitslehre, schuf er eine Jahrhunderte überdauernde Tugendlehre.
Die Tugend ist die rechte Mitte zwischen zwei Uebersteigerungen.
Die Tugendlehre mündet in die Staatslehre; Er meinte: „So wie es für
den Menschen gilt, die rechte Mitte zu wahren, so ist auch im Staatsleben
die richtige, vernunftgemässe Form das Beste.
Die hellenistische Philosophie
Auf geschichtlich-sozial-revolutioniertem Boden entstehen die zwei bedeutendsten
Lehren des Hellenismus: die stoische und die epikureeische Schule. Eine
weitere Strömmung ist die Skepsis.
Die Stoa
Die Schule der Stoa lehrte den Glauben an Gott. Einer ihrer Vertreter
war der Dichter Kleantes. Nach der stoischen Philosophie musste der Mensch
in vernünftiger Uebereinstimmung mit der Natur leben. Denn die Natur
ist erfüllt von der alles durchdringenden, vollkommenen göttlichen
Vernunft. In der Welt ist alles aufs beste eingerichtet und geordnet. Der
Mensch muss diese Ordnung nur mit der Vernunft erkennen und mit dem Willen
wollen. Wenn der Mensch der Vernunft folgt, stimmt er mit der göttlichen
Weltordnung überein. Ein Stoiker bezähmt darum alle seine Triebe
und Leidenschaften, damit er zur vollen Freiheit und Weisheit gelangen
konnte. Wenn der Mensch diesen Zustand des ruhigen, geordneten Lebens erreicht
hatte, konnte ihn nichts mehr beunruhigen: er war glücklich.
Die Epikureer
Begründer diesen philosophischen Richtung war Epikur (342-271 v.Chr).Im
Altertum wie heute pflegte man unter einem „Epikureer“ einen Menschen zu
verstehen, der nach einem bequemen und genussreichen Leben strebt. Die
Philososphie des Epikuros ist in der Tat einer solchen Ausdeutung und Ausbeutung
- also als Rechtfertigung für eine ganz dem sorglosen Sinnengenuss
gewidmete Lebensführung - fähig. Hatte doch zum Beispiel Epikur
mit seinem berühmten Wahlspruch „Lebe verborgen!“ deutlich zum Ausdruck
gebracht, dass er Staat und Politik geringschätzte und das Leben im
pivaten Kreis vorzog.
Zuerst werfen wir einen Blick auf Logik und Physik, welche Epikur,
wie die Stoiker, der Ethik als Vorstufen vorangehen lässt. Die Logik
ist Vorstufe, insofern sie lehrt, Irrtümer zu vermeiden. Die Physik
ist auch nur Vorstufe zum richtigen Handeln. Sie hat die Aufgabe,
zu zeigen, dass die Welt ganz aus dem natürlichen Zusammenhang der
Dinge zu erklären ist, das Götter sie weder geschaffen haben
noch in ihren Lauf eingreifen und so die Menschen von Furcht zu befreien.
Epikur bezeichnet als alleiniges Ziel des Menschen die Glückseligkeit
und defieniert diese sehr einfach als Gewinnung von Lust und Vermeidung
von Unlust. Vernunft muss das Streben nach Glück leiten und zügeln.
Die Vernunft aber lehrt, dass das eigentliche Glück viel eher in heiterer
Beschaulickkeit, in ausgeglichener Ruhe des Geistes zu finden ist.
Die Skeptiker
Skeptiker, das heisst Zweifler, die wahre Erkenntnis für grundsätzlich
unmöglich halten, hat es zu allen Zeiten gegeben und wird es immer
geben. Wenn der Skeptizismus sich in den letzten vorchristlichen Jahrhunderten
besonders ausbreitete und sogar zu einer selbständigen philosophieschen
Schule wurde, so ist das aus der Zeitlage heraus zu verstehen. Charakteristisch
für die antike Skepsis ist die Lehre von den Tropen. Mit dem Namen
Tropus bezeichnete man die Gesichtspunkte die alle die Unerkennbarkeit
der Wahrheit beweisen. Charakteristisch ist ferner, dass die meisten antiken
Skeptiker ihre, als solche durchaus wertvollen, logischen und erkenntnistheoretischen
Untersuchungen nicht als Selbstzweck betreiben, sondern ihre Erkenntnis
als Unerkennbarkeit alles Bestehenden und die daraus hervorgehende Enthaltung
vom Urteil als Voraussetzung ansehen, um das praktische Ideal einer heiteren
und unerschüterlichen Seelenruhen zu erreichen, womit sie in ethischer
Hinsicht durchaus den Stoikern und Epikureern an die Seite gestellt werden
können.
Die Prägung des abendländischen Denkens geschah unwiederruflich
durch die Griechen.Während des Hellenismus dehnten die Römer
ihre Herrschaft im Mittelmeerraum aus. So kamen sie in Kontakt mit der
griechischen Kultur und wurden vom griechischen Denken beeinflusst.
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