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Werner Heisenberg


Werner Karl Heisenberg wurde am 5. 12. 1901 in Würzburg geboren, wo sein Vater Gymnasiallehrer war.Sein Vater August Heisenberg (1869-1930) war Physiker und erforschte die byzantinische und neugriechische Kultur, Kunst und Sprache.


In München ging Werner H. zur Schule, wo er Physik und Mathematik und Astronomie studierte. Im Frühjahr 1920 besuchte der Abiturient Heisenberg den berühmten theoretischen Physiker Sommerfeld in seinem Institut und erklärte, dass er theoretische Physik studieren wollte.Sommerfeld verwies ihn auf die allgemeine Physik, erlaubte ihm dann jedoch, bereits im ersten Semester an seinem Seminar teilzunehmen.


Nach seiner Promotion (1923) habilitierte er sich 1924 in Göttingen und war Mitarbeiter von Max Born.Damals wurde Heisenberg auch näher mit Niels Bohr bekannt, an dessen Institut in Kopenhagen er von 1925 bis 1927 arbeitete. In diesen Jahren erfolgte (zusammen mit Born und Jordan) der Ausbau der Quantenphysik. Jugendliche Kollegen waren unter anderen Pauli und Fermi.Sie alle waren an der Entwicklung des quantenmechanischen Formalismus beteiligt. Nicht zu Unrecht sprach man später von der „Physik der Zwanzigjährigen".Sie besaßen den Mut, Theorien aufzustellen, die sich nicht mehr mit der klassischen
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Physik vereinbaren ließen. Heisenberg meinte hierzu, bei „jeder wesentlich neuen Erkenntnis werden wir immer von neuem in die Situation des Kolumbus kommen müssen, der den Mut besaß, alles bis dahin bekannte Land zu verlassen in der fast wahnsinnigen Hoffnung, jenseits der Meere doch wieder Land zu finden".


1927 erhielt Heisenberg eine Professur für theoretische Physik in Leipzig, wo er bis 1942 blieb, um dann Direktor am Kaiser-Wilhelm-Institut für Physik zu werden. Gleichzeitig war er Professor an der Berliner Universität. 1927 war auch das Jahr, in dem Heisenberg die berühmte Unschärferrelation veröffentlichte, nach der man beispielsweise Ort und Impuls eines Teilchens (z.B. ein Elektron) niemals gleichzeitig beliebig genau messen kann. Je genauer der Ort festgelegt ist, um so ungenauer ist der Impuls und umgekehrt.Heisenbergs Unschärferelation spielte eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der Mechanik und übte großen Einfluß auf die moderne Philosophie aus, da das von ihm formulierte Prinzip den klassischen Determinismus in Frage stellte.


1932 erhielt Heisenberg den Nobelpreis für Physik.Die Angriffe des NS-Regimes auf die moderne theoretische Physik trafen auch Heisenberg, der u.a. öffentlich für die Relativitätstheorie Einsteins eintrat.Als Sommerfelds Lehrstuhl frei wurde, berief man H. Es wurde ihm jedoch ein völlig unbekannter, dem Regime genehmer Professor vorgezogen.


Vor und im Krieg befasste sich H. vor allem mit Problemen der Kernphysik. Da der Bau der Atombombe aus den verschiedensten technisch-wirtschaftlichen Gründen nicht durchgeführt werden konnte, kam H. nicht in die Lage, sich für oder gegen die Atombombe entscheiden zu müssen.Nach dem Krieg war er kurze Zeit in England.


1941 leitete H. das „Max-Plank-Institut für Physik" (vorher Kaiser-Wilhelm Institut) in Göttingen. Im Sommer 1958 übersiedelte er mit dem Institut, das zum Institut für Physik und Astrophysik erweitert wurde, nach München. Hier liegt das Hauptgewicht seiner theoretischen Arbeiten bei der „einheitlichen Feldtheorie der Elementarteilchen", die unter der populären Bezeichnung „Weltformel" bekannt geworden ist. Mit dieser Formel soll die vielgestaltige Welt der Elementarteilchen eine einheitliche Erklärung finden. Die Formel umfaßt die bisher getrennten Gebiete der Gravitation und der Elektrodynamik. Sie stellt also eine Art Verknüpfung grundlegender Naturgesetze dar.


H. gehört zu den Physikern, die auch eine Verbindung zwischen Physik und Philosophie herzustellen suchen.Dabei handelt es sich vor allem um Fragen erkenntnistheoretischer Art, aber auch darum, ob man das, was man erforscht hat, bekannt machen soll, auch wenn die Gefahr eines Mißbrauchs der Forschungsergebnisse besteht. Es nimmt daher nicht wunder, dass H. sich gegen die Atomwaffen ausgesprochen hat.


Heisenberg war einer der bedeutendsten theoretischen Physiker des 20. Jhs., der die Physik und die Philosophie nachhaltig beeinflußte. Er starb am 1. Februar 1976 in München. Zu seinen Schriften zählen:


Die physikalischen Prinzipien der Quantentheorie (1930)wandlungen in den Grunlagen der Naturwissenschaft (1935)Die Physik der Atomkerne ( 1943)Das Naturbild der heutigen Physik (1955)Physik und Philosophie (1959)Einführung in die einheitliche Feldtheorie der Elementarteilchen (1967)Der Teil und das Ganze (1969)Schrifte über Grenzen ( 1971)